Wirklich vorbereitet ist niemand auf die Nachricht, dass ein nahestehender Mensch gestorben ist.
Gedanken und Gefühle kommen zum Vorschein, die mächtig und beängstigend sind. Plötzlich verliert man selbst den Boden unter den Füßen und das Gefühl will nicht verstummen, dass der Schmerz jemals wieder der Freude und dem Glück weichen könne.
Trauer ist überwältigend. Die Gefühle sind unausweichlich und intensiv. Bis sich ein Trauernder wieder im seelischen Gleichgewicht befindet, ist es ein sehr langer Weg. Dennoch erwartet die Gesellschaft, auch der Freundeskreis, dass wir schnell wieder „funktionieren“ und uns wieder so verhalten wie immer. Platz für Trauer bleibt leider viel zu oft versagt.

Folgende Punkte können dir in Zeiten der Trauer helfen: Bringe deinen Schmerz zum Ausdruck, schäme dich nicht für Tränen.
Du musst keine „Stärke“ zeigen, rede sehr viel über den Verlust und über den Schmerz, den du trägst, es ist sehr wichtig und heilsam. 
Vermeide Fernsehen, Radio und Internet für mindestens drei Wochen. Lass dich nicht ablenken von der Trauer und lasse sie zu. Medien lenken dich ab von der Trauer und sie wird „überspielt“.
Wenn du niemanden zum Reden hast, schreibe deine Gefühle auf und lass ihnen freien Lauf.
Verschiebe große Veränderungen oder grundlegende Entscheidungen wie Umzug, Hausverkauf oder Kündigung der Arbeitsstelle.
Mache kleine Schritte. Versuche, jeden Tag aufs Neue zu bewältigen. Stelle dir einen Tagesplan auf, in dem du nur ganz kleine Schritte vornimmst, um zumindest das Nötigste zu regeln.
Akzeptiere deine Gefühle, lasse sie in der Trauer zu. Egal ob du weinst, tobst oder Dinge tust, die andere „verrückt“ nennen würden – alle Gefühle sind zulässig!
Nimm dir die Zeit zum Trauern, finde Rituale, die dir helfen, deine Trauer auszudrücken. Sprich von dem Verstorbenen. Habe keine Angst, von dem Toten zu reden, im Gegenteil: Frage den Trauernden immer wieder, wie es ihm mit dem Tod des Verstorbenen geht.

Trauer wird nicht durch das Ansprechen des Todesfalls ausgelöst, sie ist ohnehin da. Trauernde leiden vielmehr darunter, wenn sie das Gefühl haben, der Verstorbene wird von Angehörigen und Bekannten auch noch totgeschwiegen und aus dem Leben ausgeklammert.
Biete an besonderen Tagen deine Gesellschaft an. Weihnachten, Todestag oder auch Geburtstag des Verstorbenen fällt Hinterbliebenen oft besonders schwer. Gerade an solchen Tagen ist es für den Trauernden wichtig zu erfahren, dass er nicht alleine dasteht.
Rufe ihn zum Beispiel an oder schlage vor, diesen Tag gemeinsam zu verbringen und zum Beispiel das Grab zu besuchen, oder frage, wie der Trauernde selbst diesen Tag gerne verbringen würde.
Niemand, auch nicht der Trauernde selbst, erwartet, dass du ihn von seiner Trauer befreist. Höre einfach zu und zeige ihm, dass du für ihn da bist.
Nähe und ein offenes Ohr sind in der Trauer wertvoller als viele Worte.

Nach dem Verlust eines geliebten Menschen wird das Leben nie mehr so sein wie vorher, aber es kann trotzdem wieder schön werden!
Habe Mut und gib dir die Zeit.
Wenn du trösten willst: Viele Menschen sind unsicher im Umgang mit Trauernden und ziehen sich oft von ihnen zurück, dadurch nehmen sie ihnen aber die Möglichkeit, sich auszusprechen und so den Tod besser zu verarbeiten.
Trauer braucht Zeit, und sie braucht Gemeinschaft.